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Vom Torhüter zum Schiedsrichter-Talent – Henrik Menzi auf dem Weg nach oben

Mit gerade einmal 18 Jahren hat Henrik Menzi bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Aufnahme in die Talentgruppe des Fussballverbandes Region Zürich (FVRZ). Im Interview spricht der ehemalige Juniorentorhüter des FC Thalwil über seinen ungewöhnlichen Weg zum Schiedsrichter, seine Ziele, seine Motivation und darüber, weshalb der FC Thalwil für ihn weit mehr als nur ein Fussballverein ist.

Henrik Menzi

Vom Juniorentorhüter zum Schiedsrichter-Talent 

 

Henrik Menzi, geboren am 14. Dezember 2007, ist vielen im FC Thalwil nicht nur als talentierter Juniorenspieler bekannt. Als Torhüter unserer Juniorenmannschaften zeigte er bereits früh Ehrgeiz, Verantwortungsbewusstsein und eine starke Persönlichkeit.

Vor einigen Jahren äusserte Henrik den Wunsch, zusätzlich die Rolle des Schiedsrichters kennenzulernen und trat dem Team der Kleinfeldschiedsrichter des FC Thalwil bei. Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass er auch auf diesem Gebiet über besonderes Talent verfügt. Nach einer erfolgreichen Saison als Kleinfeldschiedsrichter entschied er sich, die offizielle Schiedsrichterausbildung zu absolvieren – mit Erfolg.

Henrik bestand den Schiedsrichterkurs mit Bravour und machte rasch auf sich aufmerksam. Bereits nach rund anderthalb Jahren als offizieller Schiedsrichter wurde er in die Talentgruppe des Fussballverbandes Region Zürich (FVRZ) aufgenommen.

Diese Auszeichnung ist alles andere als selbstverständlich. Wer in die Talentgruppe aufgenommen werden möchte, muss anspruchsvolle theoretische Prüfungen sowie körperliche Leistungstests erfolgreich absolvieren. Die Aufnahme ist daher eine besondere Anerkennung für Engagement, Leistungsbereitschaft und Persönlichkeit.

Henriks Weg zeigt eindrücklich, welche Chancen das Schiedsrichterwesen jungen Menschen bietet. Neben den sportlichen Herausforderungen fördert die Tätigkeit auch Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit und Führungsqualitäten – Eigenschaften, die nicht nur auf dem Fussballplatz, sondern auch im Berufs- und Privatleben von grossem Wert sind.

Wir gratulieren Henrik herzlich zu diesem grossartigen Erfolg und freuen uns, ihn heute etwas näher kennenzulernen.


⚡ STOP & GO

Lieblingsessen

Filet im Teig (Wellington)

Lieblingsgetränk

Paulaner Spezi

Lieblingsverein

FC Bayern München

Lieblingsspieler

Manuel Neuer

Lieblingsschiedsrichter

Sandro Schärer / Deniz Aytekin

Lieblingsstadion

Allianz Arena

Ferien

Im Sommer am Meer

Lieblingsfach

Sport

Lieblingsmusik

Vasco Rossi

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Definitiv Langschläfer

Playstation, Netflix oder Fussballplatz?

Fussballplatz

Traumreiseziel

Hawaii / Australien


🎙 DAS GROSSE INTERVIEW

1. Henrik, herzliche Gratulation zur Aufnahme in die Talentgruppe des FVRZ. Wie hast du von dieser Nachricht erfahren und was war dein erster Gedanke?

Henrik:
Vielen Dank! Tatsächlich war ich in der Schule mittendrin in der intensiven Vorbereitung für meine letzte mündliche Maturprüfung. Als ich dann endlich mal eine Pause gemacht habe, las ich die Mail. Ich war überglücklich und habe es direkt meinen Freunden erzählt.


2. Was bedeutet dir diese Auszeichnung persönlich?

Henrik:
Eine grosse Ehre für mich persönlich, den FC Thalwil als Schiedsrichter in dieser Gruppe vertreten zu dürfen.


3. Du warst zuerst Torhüter bei den Junioren des FC Thalwil. Was hat dich damals motiviert, zusätzlich Schiedsrichter zu werden?

Henrik:
Ich habe mich schon immer viel mit den Regeln des Fussballs auseinandergesetzt. Dann dachte ich mir: Warum nicht einfach einmal ausprobieren, ein Spiel zu pfeifen? Zum Glück habe ich diese Entscheidung damals getroffen.


4. Erinnerst du dich noch an dein erstes Spiel als Kleinfeldschiedsrichter? Wie hast du dich damals gefühlt?

Henrik:
Ja, es war in Thalwil auf dem Kunstrasen Brand 3. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich wurde während des ganzen Spiels hervorragend von Antonio gecoacht und am Ende kam alles gut. Nach dem Spiel fühlte ich mich grossartig und konnte es kaum erwarten, mein nächstes Spiel zu leiten.


5. Was fasziniert dich am Schiedsrichterwesen besonders?

Henrik:
Mich fasziniert die Verantwortung, ein Spiel fair zu leiten und auch unter Druck innerhalb von Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen. Besonders spannend finde ich die Kombination aus Regelwissen, Konzentration und Kommunikation mit den Spielern. Als Schiedsrichter steht man – im Gegensatz zu einem Spieler – während der gesamten 90 Minuten im Fokus. Wenn ein Spieler den Ball weiterspielt, richtet sich die Aufmerksamkeit sofort auf den nächsten Spielzug. Beim Schiedsrichter ist das anders: Der gesamte Spielverlauf hängt von seinen Entscheidungen ab. Jede Partie ist anders und bringt neue Herausforderungen mit sich.


6. Welche Eigenschaften sollte ein guter Schiedsrichter deiner Meinung nach mitbringen?

Henrik:
Das mit Abstand Wichtigste ist für mich eine gute Ausstrahlung. Man muss den Spielern das Gefühl geben, dass man weiss, was man tut und hinter seinen Entscheidungen steht. Natürlich macht auch ein Schiedsrichter Fehler – das gehört dazu. Entscheidend ist jedoch, dass man sich den Gesprächen mit den Spielern stellt und seine Entscheidungen überzeugend erklärt. Wenn die Spieler merken, dass einem diese Ausstrahlung fehlt, wird man nicht mehr ernst genommen.


7. Was war bisher die grösste Herausforderung in deiner Schiedsrichterlaufbahn?

Henrik:
Eine wirklich grosse Herausforderung hatte ich bisher noch nicht. Was ich aber immer wieder als Challenge sehe, sind Spiele voller Emotionen und Temperament. Dann gilt es, mit den eigenen Entscheidungen und dem richtigen Auftreten das Spiel wieder zu beruhigen. Gerade bei Juniorenspielen ist das oft nicht einfach.


8. Gibt es ein Spiel oder ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Henrik:
Ja. Ich leitete einmal ein Spiel in Geroldswil. Ich war mit meiner Leistung sehr zufrieden. Als ich nach dem Spiel den Platz verliess, applaudierten mir die Zuschauer der Gastmannschaft. Später kamen sie sogar im Clubhaus auf mich zu, fragten mich nach meiner Laufbahn, meinen Zielen und wollten wissen, wie ich mir diese Ausstrahlung angeeignet habe. Sie luden mich sogar zum Essen ein, und wir unterhielten uns noch lange. Das war ein wunderschönes Erlebnis, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.


9. Wie schaffst du es, Schule, Freizeit, Fussball und Schiedsrichtertätigkeit unter einen Hut zu bringen?

Henrik:
Die Schule ist inzwischen abgeschlossen – ich habe gerade meine Matur bestanden. Mit dem aktiven Fussball habe ich aufgrund der Aufnahme in die Talentgruppe aufgehört. Die Schiedsrichtertätigkeit bringt allerdings ebenfalls einen grossen Aufwand mit sich. Man ist im ganzen Kanton unterwegs und muss zeitlich sehr flexibel sein. Ich setze deshalb klare Prioritäten und sage meinen Freunden auch einmal: «Ich kann heute nicht, ich muss pfeifen.» Das fällt mir nicht besonders schwer. Im Februar beginne ich die Rekrutenschule. Wie ich dann alles unter einen Hut bringen werde, weiss ich im Moment selbst noch nicht.


10. Die Aufnahme in die Talentgruppe ist ein wichtiger Schritt. Welche Ziele hast du für die kommenden Jahre?

Henrik:
Ich möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln und möglichst rasch aufsteigen. Gleichzeitig setze ich mich dabei nicht unter Druck. Ich sehe diese Chance als grosse Möglichkeit und nicht als Verpflichtung.


11. Was hast du als Schiedsrichter über dich selbst gelernt?

Henrik:
Ich habe gelernt, mit Druck, Verantwortung und Kritik umzugehen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie wichtig Selbstvertrauen und eine überzeugende Ausstrahlung sind. Ausserdem entwickle ich immer mehr Ruhe, Entscheidungsstärke und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen souverän zu bleiben.


12. Welche Fähigkeiten aus dem Schiedsrichterwesen helfen dir auch im Alltag oder in der Schule?

Henrik:
Meine Ausstrahlung hilft mir auch im Alltag sehr. Ebenso ist eine gute Kommunikation überall von grosser Bedeutung.


13. Wer unterstützt dich auf deinem bisherigen Weg besonders?

Henrik:
Ganz klar Antonio, der Schiedsrichterverantwortliche des FC Thalwil. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich gar nie angefangen. Ich erinnere mich noch gut: Vor einem meiner Spiele als Juniorenspieler kam Antonio zu unserer Mannschaft und fragte, wer Lust hätte, einmal ein Kleinfeldspiel zu leiten. Ich meldete mich sofort. Seit diesem Moment hat mich Antonio immer begleitet – sei es während der Ausbildung, bei der Grossfeldprüfung oder bei meinem Debüt auf dem grossen Feld. Er war immer da und hat mich unterstützt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.


14. Was machst du gerne, wenn du einmal nicht auf dem Fussballplatz stehst?

Henrik:
Ich treibe sehr gerne Sport. Ich gehe regelmässig ins Fitnessstudio, wandere gerne und fahre im Winter Ski. Ausserdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und geniesse meine Freizeit.


15. Wo siehst du dich in fünf Jahren – sportlich, beruflich und persönlich?

Henrik:
Sportlich sehe ich mich als erfahrener Schiedsrichter, der Schritt für Schritt in höhere Ligen aufsteigt. Ich hoffe, dass ich auch in fünf Jahren noch mit derselben Leidenschaft pfeife wie heute. Beruflich sehe ich mich mitten im Studium, denn auch die Ausbildung darf man nicht vernachlässigen.Persönlich wünsche ich mir, weiter gereift zu sein und die neuen Herausforderungen des Lebens erfolgreich zu meistern.


16. Welchen Rat würdest du anderen Juniorinnen und Junioren geben, die überlegen, Schiedsrichterin oder Schiedsrichter zu werden?

Henrik:
Unbedingt ausprobieren!

Man hat überhaupt nichts zu verlieren. Selbst wenn man später merkt, dass das Schiedsrichterwesen nichts für einen ist, kann man wenigstens sagen, dass man es versucht hat. Wie man so schön sagt: «Probieren geht über Studieren.»


17. Zum Abschluss: Was bedeutet dir der FC Thalwil persönlich?

Henrik:
Auch wenn ich aus Kilchberg komme und den grössten Teil meiner Kindheit beim FC Kilchberg-Rüschlikon gespielt habe, ist der FC Thalwil heute mein absoluter Herzensverein. Hier habe ich meine Freunde gefunden und drei wunderschöne Jahre als Spieler erlebt. Gleichzeitig war der FC Thalwil für mich das Sprungbrett in die Welt der Schiedsrichter. Was Christian Fassnacht als Spieler erreicht hat, ist mein Ziel als Schiedsrichter: Den FC Thalwil eines Tages im Profibereich zu vertreten und unseren Verein stolz zu machen.


Schlusswort

Henriks Werdegang zeigt eindrücklich, dass Engagement, Leidenschaft und der Wille, sich ständig weiterzuentwickeln, belohnt werden. Die Aufnahme in die Talentgruppe des FVRZ ist nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern auch eine Anerkennung für den FC Thalwil, der jungen Menschen die Möglichkeit bietet, sich als Schiedsrichter zu entfalten und Verantwortung zu übernehmen.

Lieber Henrik, wir danken dir herzlich für deinen grossen Einsatz, deine Begeisterung und deine Vorbildfunktion – sowohl auf als auch neben dem Fussballplatz. Wir sind stolz, dich in unseren Reihen zu haben und wünschen dir für deine weitere Laufbahn als Schiedsrichter viel Erfolg, Freude und stets die richtigen Entscheidungen.

Der FC Thalwil wird deinen Weg mit grossem Interesse verfolgen und freut sich darauf, dich eines Tages vielleicht auf den Fussballplätzen der höchsten Schweizer Ligen oder sogar auf internationalem Parkett wiederzusehen.

Wir gratulieren dir nochmals herzlich und wünschen dir für deine Zukunft alles Gute!

Antonio Di Cerbo