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«Der Erfolg beginnt im Team.»

«Der Erfolg beginnt im Team.» – Gianni Lavigna im grossen Interview

Wintermeister. Aufsteiger in die 1. Liga Classic. Schweizer Cup gegen den FC St. Gallen. Hinter einer historischen Saison steht ein Mann, der den FC Thalwil mit Leidenschaft, Klarheit und Teamgeist geprägt hat: Cheftrainer Gianni Lavigna.

Kurz vor dem Start der neuen Saison spricht Gianni über den Weg zum Aufstieg, die Bedeutung des Teamgeists, das Cup-Highlight gegen den FC St. Gallen und die Herausforderungen, die nun auf den FC Thalwil warten.

Gianni Lavigna im grossen Interview vor dem Start in die Saison 2026/2027

Wenn man auf die Saison 2025/2026 des FC Thalwil zurückblickt, kann man mit Fug und Recht von einer historischen Spielzeit sprechen.

Wintermeister der 2. Liga interregional. Meisterschaft mit dem verdienten Aufstieg in die 1. Liga Classic. Die Qualifikation für den Schweizer Cup. Und als grosses Highlight empfängt der FC Thalwil am 16. August den amtierenden Cupsieger und Schweizer Vizemeister FC St. Gallen 1879 auf dem Brand.

Hinter diesen Erfolgen stehen Leidenschaft, harte Arbeit, Zusammenhalt und eine klare Philosophie. Einer, der diese Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren entscheidend geprägt hat, ist Cheftrainer Gianni Lavigna.

Als Gianni im Sommer 2024 zum FC Thalwil stiess, sagte er einen Satz, der heute aktueller denn je ist:

«Der Star ist die Mannschaft.»

Genau dieser Gedanke hat den FC Thalwil auf dem Weg zurück in die 1. Liga Classic begleitet.

Kurz vor dem Start der neuen Saison haben wir mit Gianni über die vergangenen Monate, den Aufstieg, den bevorstehenden Cup-Kracher gegen den FC St. Gallen und die kommenden Herausforderungen gesprochen.


Interview

Gianni, wenn du die vergangene Saison mit nur einem Wort beschreiben müsstest – welches wäre das?

Wunderbar.


Als du im Sommer 2024 nach Thalwil gekommen bist: Welche Idee hattest du damals im Kopf? Hast du geglaubt, dass der Weg so erfolgreich werden könnte?

Der FC Thalwil hatte ja schon einmal in der 1. Liga Classic gespielt. Mein Staff und ich wollten hier etwas bewegen. Dass der Aufstieg möglich sein könnte, konnten wir uns durchaus vorstellen. Von einem Spiel wie jetzt gegen den FC St. Gallen träumt man natürlich nur – und hofft bei der Auslosung, dass es tatsächlich dazu kommt.


Ihr wart Wintermeister, seid praktisch die ganze Saison an der Tabellenspitze gestanden und am Ende verdient aufgestiegen. Wann hast du zum ersten Mal gespürt: «Ja, wir schaffen das!»?

Wir alle – Mannschaft und Staff – wollten nach der Vorrunde unbedingt aufsteigen. Woche für Woche haben wir konsequent gearbeitet, und in Dornach kam dann die Krönung. Der Glaube an unser Ziel war immer da.


Du sprichst immer wieder vom Teamgeist. Was macht diese Mannschaft für dich so besonders?

Die Mannschaft der letzten Saison hatte einen unglaublichen Zusammenhalt. Das war eine echte Kumpel-Truppe – und genau das ist oft wichtiger als reine Qualität. Jetzt haben wir einige neue Spieler dazu bekommen. Auch in dieser Saison wird die Kabine enorm wichtig sein. Wenn man immer gewinnt, ist alles einfacher. Dieses Jahr wird das nicht immer der Fall sein. Umso wichtiger ist es, dass der Teamgeist auch in schwierigen Momenten stimmt.


Gab es in der vergangenen Saison einen Moment, in dem du gemerkt hast: «Jetzt sind wir nicht nur eine gute Mannschaft, sondern ein echtes Siegerteam»?

Ich muss ehrlich sein: In der Vorrunde hatten wir praktisch keinen Druck. In der Rückrunde war das anders. Da gab es auch den einen oder anderen Krampf-Sieg. Genau solche Spiele musst du gewinnen können. Wir wollen in schwierigen Momenten leiden und in unseren guten Phasen die entscheidenden Tore erzielen.


Erfolg hat nie nur mit den Spielern zu tun. Wie wichtig ist für dich die Zusammenarbeit mit deinem Trainerteam, Sportchef Davide Molinaro und dem ganzen Staff?

Das ist das Wichtigste überhaupt! Wenn du ständig Krieg mit dem Sportchef, dem Staff oder dem Präsidenten hast, funktioniert es nicht. Natürlich hat nicht immer jeder die gleiche Meinung. Aber wir passen uns gegenseitig gut an. Am Ende ist es für uns alle ein Hobby, wir sehen uns sehr oft und arbeiten hervorragend zusammen.


Jetzt beginnt ein neues Kapitel. Was erwartet den FC Thalwil in der 1. Liga Classic?

Es wird alles anders sein. Wir haben keine teuren Top-Namen verpflichtet, sondern gute Spieler – und vor allem gute Typen, die sich noch weiterentwickeln können. Trotzdem müssen wir realistisch bleiben: Die Liga ist sehr stark und der FC Thalwil startet als Abstiegskandidat in die neue Saison der 1. Liga Classic.


Viele deiner Spieler erleben diese Liga zum ersten Mal. Worauf wird es jetzt besonders ankommen?

Zuerst kämpfen, dann spielen. Vor allem braucht es einen starken Willen. Wir müssen bereit sein, mehr zu investieren als unsere Gegner.


Am 16. August wartet mit dem FC St. Gallen der amtierende Cupsieger und Schweizer Vizemeister auf euch. Was bedeutet dieses Spiel für dich und für den ganzen Verein?

Unser voller Fokus liegt zuerst auf dem Meisterschaftsauftakt gegen Collins d’Oro, denn wir starten gegen eine starke Mannschaft aus der 1. Liga Classic. Danach freuen wir uns natürlich riesig auf den FC St. Gallen. Aber wir wissen alle: Schweizer Cupsieger wird der FC Thalwil in dieser Saison wohl nicht. Deshalb haben unsere Ziele in der Meisterschaft ganz klar Priorität.


Ist so ein Cupspiel einfach ein Bonus oder auch eine Chance zu zeigen, was im FC Thalwil steckt?

Ja, der FC Thalwil hat sich ein solches Spiel verdient. Im Vorstand, im ganzen Verein und in allen Teams wird hervorragende Arbeit geleistet. Jetzt gibt es den TV-Match gegen den FC St. Gallen – eine richtig coole Sache!

Und jetzt bitte alle noch schnell zum Coiffeur… vor allem unser Präsident Stefan Hug! Er bekommt schliesslich grosse Konkurrenz aus St. Gallen. Herr Hüppi sieht nämlich sehr gut aus – unser Präsident muss da noch etwas Gas geben. (lacht)


Der Brand wird ausverkauft sein. Was möchtest du den Fans vor diesem besonderen Spiel mit auf den Weg geben?

Ich wünsche mir vor allem ein grosses Fussballfest. Es werden viele Fans aus St. Gallen kommen, und ich finde die St. Galler Fans grossartig. Natürlich hoffe ich auch auf eine fantastische Unterstützung unserer eigenen Zuschauer.

Man darf aber nicht vergessen: So ein Spiel kann für einige Spieler auch schwierig sein. Vielleicht werden sie nie mehr vor rund 3’000 Zuschauern spielen, trotzdem können wir nur zehn Feldspieler und einen Torhüter aufstellen. Für uns als Trainerteam bedeutet das vor dem Spiel viel Arbeit.

Und für unseren Verein gilt sowieso: Hopp Thalwil!


Nach einer historischen Saison schauen jetzt alle gespannt auf die neue Meisterschaft. Mit welchem Gefühl gehst du in die Saison 2026/2027?

Wir denken von Spiel zu Spiel. Am Ende wird dann schon das Richtige passieren.


Wann wirst du am Ende der Saison sagen: «Ja, das war wieder ein gutes Jahr»?

Eigentlich ist schon das, worüber wir heute gesprochen haben, ein riesiger Erfolg. Aber jetzt heisst es: weiterarbeiten – oder besser gesagt: noch härter arbeiten! Die Saison 2025/2026 ist Geschichte. Fussball ist leider sehr kurzlebig. Unser Punktekonto steht wieder bei null.


Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wofür möchtest du als Trainer des FC Thalwil einmal in Erinnerung bleiben?

Ach, das ist gar nicht so wichtig. Was die Leute in ein paar Jahren über mich denken, spielt dann keine Rolle mehr. Wichtig ist das Hier und Jetzt. Jetzt müssen der Trainer und der Staff Gas geben. Punkt.


Zum Schluss möchten wir dir noch die Gelegenheit geben, allen Mitgliedern, Sponsoren, freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie den Fans des FC Thalwil eine persönliche Botschaft mit auf den Weg zu geben.

Sehr gerne. Ein Verein wie der FC Thalwil lebt nicht nur von den Spielern oder vom Trainerteam. Hinter jedem Spiel und jedem Erfolg stehen ganz viele Menschen, die oft im Hintergrund Grossartiges leisten.

Mein herzliches Dankeschön gilt unseren Mitgliedern, Sponsoren, den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, dem Vorstand sowie allen, die den FC Thalwil Woche für Woche mit ihrem Einsatz unterstützen. Ohne euch wäre vieles gar nicht möglich.

Ein ganz besonderes Dankeschön geht auch an unsere Fans. Eure Unterstützung – zuhause und auswärts – gibt der Mannschaft immer wieder zusätzliche Energie. Das spüren wir auf dem Platz.

Ich wünsche mir, dass wir auch in der neuen Saison weiterhin zusammenhalten, gemeinsam durch gute und schwierige Momente gehen und den Weg des FC Thalwil mit Stolz weitergehen.

Vielen Dank für eure Unterstützung. Wir freuen uns auf euch – und natürlich gilt wie immer: Hopp Thalwil! 💚🤍


Schlusswort

Lieber Gianni

Herzlichen Dank für das offene und ehrliche Gespräch.

Die Saison 2025/2026 wird für immer einen besonderen Platz in der Geschichte des FC Thalwil einnehmen. Der Gewinn des Wintermeistertitels, der Aufstieg in die 1. Liga Classic und die Qualifikation für den Schweizer Cup sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Resultat harter Arbeit, gegenseitigen Vertrauens und einer Mannschaft, die den Teamgedanken jeden Tag gelebt hat.

Mit dem Start in die neue Saison beginnt nun ein neues Kapitel. Der FC Thalwil freut sich auf die Herausforderung in der 1. Liga Classic und auf einen unvergesslichen Cup-Abend gegen den FC St. Gallen.

Wir wünschen dir, deinem Trainerteam und der gesamten Mannschaft eine erfolgreiche, spannende und vor allem verletzungsfreie Saison.

Vielen Dank für deinen grossen Einsatz für den FC Thalwil.

Hopp Thalwil! 💚🤍

Antonio Di Cerbo